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Kassel und Kurhessen königlich erleben



Deutsche Bahn erwägt Abriss der Caricatura

19. Juli 2013 | Von | Kategorie: Feuilleton 

Architektenentwurf des renommierten Büros crep.D-Architekten Kassel/Frankfurt aus dem Realisierungswettbewerb der Stadt Kassel 2006 für die Neugestaltung des Rainer-Dierichs-Platzes. Grafik: crep.D-ArchitektenDie Planer der Bahn ziehen einen Abriss des derzeit eingerüsteten Nordostflügels des Kulturbahnhofs in Betracht, berichtet die Caricatura und bezieht sich auf einen Artikel der HNA. „Nicht nur die Fassade, sondern auch das Haupttragewerk des Gebäudes könnte derart stark beschädigt sein, dass nur noch ein Rückbau infrage kommt“, heißt es dort zur Begründung. Der Nordostflügel beherbergt neben verschiedenen sozialen Diensten des Landkreises Kassel auch die Caricatura Galerie.

„Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn sich die Bahn nach sieben Jahren des Stillstandes zum Neubau eines Palais für die Komik durchringt“, sagt der Leiter der Caricatura Galerie Martin Sonntag. „Als Entschädigung für den dauerhaft gestörten Geschäftsbetrieb sollte uns die Deutsche Bahn allerdings Mietfreiheit bis ins nächste Jahrtausend anbieten“, so Sonntag weiter.

Der Leiter des caricatura museums frankfurt und ehrenamtlicher Vereinsvorstand der Caricatura in Kassel, Achim Frenz. Foto: Britta FrenzAuch der Leiter des caricatura museums frankfurt und ehrenamtlicher Vereinsvorstand der Caricatura in Kassel, Achim Frenz, interpretiert die neuen Nachrichten zuversichtlich: „Das ist ein weiterer Schritt zur Weltherrschaft der Komischen Kunst! Wir freuen uns, wenn die Deutsche Bundesbahn der Caricatura ein neues Ausstellungshaus baut!“

Zur Bekräftigung ihrer Position verweist die Caricatura auf einen Architektenentwurf des renommierten Büros crep.D-Architekten Kassel/Frankfurt aus dem Realisierungswettbewerb der Stadt Kassel 2006 für die Neugestaltung des Rainer-Dierichs-Platzes.

Seit 1995 ist Kassels alter Hauptbahnhof der erste KulturBahnhof Deutschlands. Die Caricatura war federführend an der Gesamtkonzeption beteiligt. Damals wurden knapp 40 Millionen Mark in den Umbau des Pilotprojektes der Deutschen Bahn gesteckt. Die Sicherung der Bausubstanz geriet dabei offensichtlich etwas aus dem Blickfeld.


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