Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Die Klaviatur feinsinnigen Humors …

17. Mai 2013 | Von | Kategorie: Porträt 

Klavier-Comedian Martin Lüker aus Kassel: Bühnen-Programme mit ostwestfälischem Humor und virtuosem Klavierspiel

Klavier und Kopf, Musik und feine Ironie: Martin Lueker ist und macht, im besten Sinne des Wortes, ein ganz „eigensinniges“ Programm. Foto: Mario ZgollNougat hat ihren Namen ihrer schönen Zeichnung zu verdanken. Sie ist eine kleine Münsterländer-Dame und lebt in der Familie von Martin Lüker. Die Familie hat westfälische Wurzeln, da gehört ein Münsterländer einfach dazu. Die Profession von Martin Lüker zu beschreiben, ist gar nicht so einfach: Klavier-Comedian oder Musik-Humorist? Geht beides, nickt er. Nur Musik-Clown hört er nicht so gern. Das kann ich gut verstehen, die Bezeichnung wird ihm nämlich gar nicht gerecht. Zuerst einmal ist der 46-Jährige ein sehr guter Musiker.

Musiker aus Leidenschaft
Er hat in Detmold Musik studiert, spielt Klavier und hat eine geschulte Stimme. Sein musikalisches Herz gehört der Klassik. Sein Musik-Humoristen-Herz gehört dem Schlager der 70iger. „Samstag abends erst Klavierunterricht, dann Sportschau oder Daktari, dann baden, dann ab 19.30 Uhr die Hitparade mit Dieter Thomas Heck“, sagt er. Ich kann nur beipflichten. Das kenne ich. Die Musik der 70iger Jahre habe ihn geprägt, erzählt der Kassler, dessen Programme ganz stark mit eben jenen Schlagerpersönlichkeiten verknüpft sind, die einst die Hitparade rockten.

Programme quergedacht
„Lüker miez Mouskouri“ heißt eines seiner Programme. Das davon erzählt, wie unglaublich erfolgreich die Frau mit der schwarzen Brille nach wie vor ist. Die Legende will es, dass der junge Martin sie während einer Klassenfahrt kennenlernte. Und seitdem tourt er mit seinem Mouskouri-Programm durch ganz Deutschland und singt von den „Weißen Rosen mit Arsen“. Heinz Erhardt ist mit von der Programm-Partie, aber auch „Cordhose mit Schlag“ und demnächst erweist Martin Lüker John Travolta die Ehre: „Neidfieber“ heißt es dann ganz poetisch. Der Künstler kombiniert souverän Wortwitz und musikalisches Können – immer wieder überraschend, immer wieder quergedacht, immer wieder anders. Besonders schön sei es für ihn auch, Literatur szenisch und musikalisch umzusetzen. Zum Beispiel zusammen mit der Schauspielerin Sabine Wackernagel im Programm mit „Liszt und Tücke“.

Schon immer ein Hang zur Bühne
Martin Lüker ist auf einem Bauernhof bei Borgholzhausen in Westfalen aufgewachsen. „Schon immer mit einem Hang zur Bühne,“ sagt er. Vor 15 Jahren zog er nach Kassel, ist für seine spitzfindigen musikalischen Bühnenprogramme bekannt – alle gewürzt mit bodenständigem ostwestfälischem Humor. Zudem gibt Martin Lüker Klavierunterricht. Ehefrau Katja war einst seine Klavierschülerin, singt in einem Chor und liebt ebenfalls alles, was mit Noten zu tun hat. Das scheint sich wiederum an die drei Töchter Maria, Helene und Rosalie vererbt zu haben. Die beiden Ältesten sind neun und zehn Jahre alt und spielen Geige und Cello. Die Kleine ist dreieinhalb, aber der Vater erzählt, dass sie auch schon großes Interesse am Klavier und an klingenden Tonfolgen habe. Hausmusik wird in der Familie Lüker also groß geschrieben.

Lob dem nordhessischen Publikum
Das nordhessische Publikum ist dem Hausherren übrigens sehr ans Herz gewachsen. Es sei aufgeschlossen und offen, sagt der Bühnenprofi voll des Lobes. Und er muss es wissen: Seine Tourneen führen ihn in viele Ecken des Landes. Nougat hat sich während unseres Gespräches zurückgezogen. Ihr Körbchen steht unter dem Klavier, dort hat sie sich schlafen gelegt. Sollte sie sich künftig an der Hausmusik im Hause Lüker beteiligen, ist zu erwarten, dass sie musikalisch ist.


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