Jérôme Kassel

Kassel und Kurhessen königlich erleben



Kassel ist eine Perle in der Mitte Deutschlands

18. September 2013 | Von | Kategorie: Wirtschaft 

Auch die Wirtschaftsförderung Region Kassel (WFG) feierte im Jahr des 1100-jährigen Stadtjubiläums ein besonderes Fest: ihren 25. Geburtstag. Geschäftsführer Kai Lorenz Wittrock erläutert im Jérôme-Gespräch, welchen Aufgaben sich die WFG heute und in Zukunft stellt.

Kai Lorenz Wittrock ist seit 2012 Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Kassel. Foto: Mario ZgollJérôme: Die Wirtschaftsförderung Region Kassel (WFG) wurde vor 25 Jahren gegründet. Wo hat sie großen Einfluss genommen?

Kai-Lorenz Wittrock: Die WFG hat mit ihren Partnern erfolgreich dazu beigetragen, die Region Kassel als Top-Zieladresse für internationale und innovative Unternehmen zu positionieren. Stadt und Landkreis sind heute ein exzellenter Investitionsstandort im Schnittpunkt wichtiger Hauptverkehrsadern für Handel, Logistik, Dienstleistung und vor allem für die Industrie.

Jérôme: Was sind die Kernaufgaben der Wirtschaftsförderung Region Kassel?

Wittrock: Unsere Kernaufgaben lassen sich auf drei Themenbereiche fokussieren: die Investitionsbegleitung, die Leistungsvermittlung und die Standortsicherung. Bei der Investitionsbegleitung beraten wir Unternehmen bei der Ansiedlung und der Standortwahl, dies betrifft auch Erweiterungsinvestitionen von bereits am Standort ansässigen Betrieben. Da wir möchten, dass die Wertschöpfung möglichst in der Region bleibt, unterstützen wir Firmen auch in der Leistungsvermittlung, indem wir Kontakte zu anderen regionalen Firmen herstellen. Beim Thema Standortsicherung helfen wir bei finanziellen oder organisatorischen Aufgabenstellungen. Im Weiteren unterstützen wir Unternehmen auch in den Themen Forschung und Entwicklung, Exportorientierung und Fachkräftesicherung.

Jérôme: Sehen Sie die WFG in einer Vorreiterrolle?

Wittrock: Ja, absolut. Wir haben sehr frühzeitig erkannt, dass wir uns mit den zunehmenden Internationalisierungsprozessen in der Wirtschaft beschäftigen müssen. So haben wir bereits vor zehn Jahren das Netzwerk Hessen-China gegründet, das wir dank der aktiven Mitwirkung unseres Beiratsvorsitzenden Alfred Schmidt kontinuierlich ausbauen konnten und von dem heute viele Unternehmen profitieren. Neue Märkte wie beispielsweise Russland sind stark im Kommen. Auch hier werden wir gemeinsam mit unseren Partnern Netzwerkstrukturen aufbauen, die den Unternehmen bei der Erschließung von Exportmärkten helfen können. Beispielhaft für proaktives Handeln stehen auch das von uns gegründete Netzwerk Industriepark Kassel, das den größten zusammenhängenden Industriepark zwischen Frankfurt und Hannover regional und überregional repräsentiert, sowie das Güterverkehrszentrum Kassel mit seinem Umschlagbahnhof. Das Containerterminal, ein Projekt in der Wirtschaftsförderung, das seit Gründung von meinem Vorgänger Thilo von Trott zu Solz begleitet wird, ist als Infrastruktur für unsere logistischen Betriebe nicht mehr wegzudenken und bildet zudem eine wichtige Schnittstelle zwischen Straße und Schiene.

Jérôme: Sie sind seit zehn Jahren bei der WFG beschäftigt. Was ist Ihnen hier am wichtigsten?

Wittrock: Das große Plus der WFG ist ihr engagiertes Team, das sich bei den Unternehmen einen guten Ruf als kompetenter, verlässlicher und vertrauensvoller Dienstleister rund um das Thema Wirtschaftsförderung und Standortentwicklung erworben hat. Daher sind mir vor allem meine Mitarbeiter sehr wichtig, die alle hochqualifiziert sind und auch sein müssen. Die täglichen Anforderungen an unser zehnköpfiges Team steigern sich von Jahr zu Jahr.
Jérôme: Wenn Sie die Entwicklung der letzten zehn Jahre betrachten – was macht Sie stolz?

Wittrock: Stolz ist hier sicherlich der falsche Begriff, aber ich freue mich sehr über die hohe Bedeutung der Universität Kassel und ihre anwendungsorientierte Forschung. Wir haben immer mehr gut ausgebildete Menschen in der Region, es gab auch eine Vielzahl von Neugründungen aus der Universität heraus und in ihrem Gefolge auch viele Zuzüge in unsere Region.

Jérôme: Wer sind Ihre wichtigsten Partner?

Wittrock: Unsere wichtigsten Partner sind ganz klar unsere Gesellschafter. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis Kassel hat Vorbildcharakter. Vor allem sind es auch die regionalen Banken, die einen wesentlichen Beitrag für die hiesige Mittelstands-Finanzierung leisten. Schließlich sind es die Unternehmen, mit denen wir in unseren Projekten zusammenarbeiten und die uns ihr Vertrauen schenken. Sie stehen im Mittelpunkt unserer Aktivitäten und es ist vor allem ihnen zuzuschreiben, wie erfolgreich sich unsere Region entwickelt hat.

Jérôme: Geben Sie uns noch einen kurzen Ausblick über die Themen der Zukunft?

Wittrock: Die wichtigsten Punkte sind die Weiterentwicklung wirtschaftsnaher Infrastrukturen, die internationale Orientierung unserer Aufgaben sowie Investitionen in unsere Bildungsstrukturen. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, müssen wir alle berufsbildenden Möglichkeiten nutzen und in Zusammenarbeit mit den Bildungsträgern und der Universität Kassel weiter ausbauen. Qualifikation ist aber auch ein Schlüssel für erfolgreiche Unternehmen insgesamt. Als WFG werden wir jedenfalls daran arbeiten, weiterhin ein Aktivposten für die positive Entwicklung unserer Wirtschaft zu bleiben.


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